Sonntag, 22. September 2019, 18:00 Uhr

Erlöserkirche Gevelsberg

 

Die Orgel tanzt

Bes(ch)wingte Orgelmusik aus sechs Jahrhunderten

 

Gerhardt Marquardt – Orgel

 

>>>Handzettel

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Ursprünglich war der Tanz ein rein religiöser Akt, der oft auf göttlichen Ursprung zurückgeführt wurde. Neben dem Opfer ist der Tanz wichtigster Bestandteil des Kultes.

 

Kultische und gesellige Tänze gab es in Altägypten und Mesopotamien. In der griechischen Antike wurden der Reigen, der Einzeltanz und der chorische Tanz gepflegt. Der Tanz bildete mit Musik und Dichtung eine Einheit. Judentum und frühes Christentum kannten den sakralen Tanz, den die Kirche im frühen Mittelalter wegen seiner Weltlichkeit ebenso ablehnte wie die in kirchlicher Sicht entarteten Tänze der Spielleute, Gaukler und des Volkes.

 

Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sich an den Fürstenhöfen eine ständische Tanzkultur. Ihre Formen waren der gruppenweise getanzte Reigen und der ihm oft vorangestellte Einzelpaartanz. Im Gesellschaftstanz des 15./16.Jahrhunderts setzten sich der langsame Schreittanz (Basse Danse, Passamezzo, Pavane) und der schnelle, gesprungene Nachtanz (Saltarello, Tourdion, Gaillarde) durch.

Es entstand der Gesellschaftstanz. Aufgekommen als Paartanz an italienischen Fürstenhöfen des 15. Jahrhunderts, waren seine Zentren im 16./17. Jahrhundert der französische und spanische Hof, seine Formen Bourrée, Gavotte, Allemande, Chaconne, Gigue, Sarabande, Courante, Gaillarde und Menuett. Besonders beliebt waren im 19. Jahrhundert Walzer, Polka, Galopp und Cancan, Anfang des 20. Jahrhunderts nord- und südamerikanische Tanzformen, wie Boston, Tango, Charleston oder Rumba, und nach 1945, neben den in das Programm der Tanzsportvereinigungen eingegangenen Standard- und den lateinamerikanischen Tänzen besonders Blues, Rock’n‘Roll, Boogie-Woogie und Beat sowie eine Vielzahl von meist kurzlebigen Tänzen, wie Bossa Nova, Twist, Letkiss, La Bostella und Shake.

 

Auch in der Orgelmusik haben diese Tanzformen vielfältigen Niederschlag gefunden.